So war´s bei den Kochprofis und Dammanns Hotel

Kaum zwei Wochen nach dem Hilferuf von Gastgeberin Dagmar Dammann waren sie auch schon da. Gerade noch rechtzeitig vor dem Altländer Blütenfest standen nun Fo, Andi und Nils nebst Team, bekannt als „Die Kochprofis“ von RTL 2, bei Dammanns Hotel in Jork-Hove nach eigenen Angaben vor einer Mammutaufgabe. Heute Abend war dann das obligatorische Abschlussessen für rund 60 Gäste.

Seit mittlerweile neun Jahren betreibt Dagmar Dammann das „etwas andere Hotel“, wie es auf einschlägigen Bewertungsplattformen auch bezeichnet wird. Dass für eine erfolgversprechende Zukunft etwas getan werden muss, kann den Bewertungen ebenfalls entnommen werden. Die Wirtin selbst sei ein „Unikat“, so Kochprofi Andi mit einem Augenzwinkern. Wir dürfen gespannt sein, was die Sendung in ein paar Wochen offenlegt.

Aber auch eine offensichtlich noch so nette und zuvorkommende Art der Gastgeberin nützt nicht viel, wenn es an den Grundlagen für einen Geschäftserfolg mangelt. Wer kommt beispielsweise schon darauf, dass sich der Internetauftritt des Landgasthofes hinter dd-dasgelbevomei.de verbirgt? Und was einen hier erwartet, macht es ebenfalls nicht einfacher. „Hotel, Café & Wellness-Institut“ – aha, also weiter Bewertungen durchstöbern.

Zeit, etwas Struktur in die ganze Sache zu bringen. Da sind die Profis bekanntlich ganz in ihrem Element. Die besondere Herausforderung hier: riesiges Haus, winzige (Hobby-)Küche, großer Garten, viele Gästezimmer und wohl auch eine Chefin, die durchaus ihre eigenen Vorstellungen hat – und wahrscheinlich auch viel zu wenig Zeit. Wie sich das Team schlägt, erfahren wir dann in der Sendung.

Das heutige Abschlussessen ist immer das Highlight der Sendung und nun sind wir auch mal mittendrin statt auf dem Sofa. Um halb sieben sollte es eigentlich losgehen. Die Gäste mussten sich draussen im Garten jedoch noch eine ganze Weile gedulden. Also Zeit genug, sich näher umzusehen. Trotz der angrenzenden aber deutlich erhöhten Hauptstrasse, kann man sich hier schon einen schönen Kaffee- oder Biergarten vorstellen. Der Blick auf das typische Altländer Fachwerkhaus mit seinem recht neuen Reetdach und der schmucken Eingangstür schmeichelt dem Auge. Das ganze nur eine Treppe den Deich hinauf entfernt zum ebenfalls direkt angrenzenden Flüsschen Este.

Neu, aber auf alt getrimmte Menükarte. Vortrefflich passend zu Dammanns Hotel.

Neu, aber auf alt getrimmte Menükarte. Vortrefflich passend zu Dammanns Hotel.

Man muss nicht pingelig suchen um zu bemerken, dass das Retterteam vom Fernsehen nicht viel Zeit für die Aussenanlage übrig hatte. Hier ein benutzter oder auch voller Aschenbecher, dort eine Kippe auf dem Boden oder mal eine leere Brauseflasche im Baumstumpf. Im Zusammenspiel mit der bereits ausgeblichenen Tischdeko sind dies schon deutliche Hinweise darauf, woran es hier wohl mangelte. Aber trotzdem irgendwie ganz charmant – auch die Tatsache, dass den Wartenden wärmende Decken angeboten wurden.

Dann geht es endlich los. Der Aufnahmeleiter gibt vorher mit Witz Hinweise zu den Dreharbeiten, wie „Handy bitte aus“, „Keine Fotos“ oder „Nicht in die Kamera schauen, sondern beim Interview zur Autorin blicken“. Leckere Aperitifs werden beim Eintreten gereicht und zunächst geht es auf zur Erkundungstour. Gerade noch rechtzeitig bevor in der frischen Abendbrise die frohen Erwartungen in Ungeduld umschwenken.

Erstmal das Café angucken. Kaffeekännchen, Deko und … ein geschmückter Tannenbaum? Ja, ham wir denn schon Weihnachten? Ohne Worte, das sollte man sich selbst ansehen. Vielmehr war nicht zu sehen, denn 60 Menschen versuchten sich gleichzeitig in den Räumen einen Eindruck zu verschaffen. Ähnliches dann auch bei der Besichtigung der Gästezimmer. Kein Schickimicki, hier ist noch eine ordentliche Übernachtung zu günstigen Preisen möglich.

Im Anschluss dann endlich „was auf die Faust“: Pizza „Altes Land“ mit Forelle und Krabben. Der erste von insgesamt vier Gängen – für mich ein Volltreffer. Endlich mal den schon so oft im Fernsehen gelobten dünnen Pizzaboden kosten – lecker. Und in Verbindung mit diesem Belag nicht nur für Pizza-Fans ein absolutes Musthave. Allein dafür komme ich wieder.

Dann heißt es Platz nehmen. Und zwar in der Diele – was für ein Unterschied. Der große helle Raum, getragen von mächtigen Balken, beherbergt auch den Holzkohleofen für die leckere Pizza. Deko ist vorhanden, aber in akzeptabler Weise. Tische und Bestuhlung sind neu und zeitgemäß. Hier kann man sich wohlfühlen. Und der Blick auf die Menükarte macht spätestens jetzt Lust auf mehr.

Charmante Menükarte - hoffentlich nicht nur zum Abschlussessen. Preis-Leistung waren unschlagbar.

Charmante Menükarte – hoffentlich nicht nur zum Abschlussessen. Preis-Leistung waren unschlagbar.

Der zweite Gang (im O-Ton): „Spargel Pot-au-feu mit Kartenschinken und Schnittlauch“. Über Bord mit der Schreibweise, das war himmlisch, absolute Weltklasse. Wer immer behauptet „Spargel mag ich nicht“, der sollte hiervon unbedingt probieren. Davon bekommt man kaum genug. Die zweite Überraschung ist ebenfalls gelungen.

Und kaum den Mund abgeputzt – peng, die Kameralinse direkt vor Augen. Achja, nicht reingucken. Ehe ich mich versah, war das Mini-Interview im Kasten. Ehrlich gesagt ist das doch eine sehr ungewohnte Situation. Daher bin ich selbst gespannt, ob es gesendet wird – und darauf, was ich überhaupt erzählt habe.

Zum Hauptgang wurde „Nacken vom Landschwein mit gefülltem Kartoffelknödel, Dunkelbier-Honig-Zwiebeln und Kohlrabi-Paprika-Kraut“ serviert. Alles in allem ebenfalls lecker, sofern man mit Nackenbraten etwas anfangen kann (ich persönlich bevorzuge Nacken vom Grill). Einerseits sicherlich ein schönes Gericht, dass es nicht überall gibt. Andererseits fühlte ich mich eher an einen Allgäuer Landgasthof erinnert. Da geben die regionalen Rezepte sicherlich etwas Ähnliches aber Passenderes her.

Die Nachspeise „Rhabarberschnitte mit Vanilleeis und Mohn-Mousse“ ist dann aber wieder ein Highlight. Das kann ich mir auch sehr gut an einem sonnigen Nachmittag im Kaffeegarten vorstellen. Da komme ich auch schon zum Fazit.

Live bei dieser Produktion dabei gewesen zu sein machte nicht nur Spaß, sondern auch Lust auf mehr. Sicherlich werde ich in den nächsten Wochen Dammanns Hotel und Landgasthof nochmal aufsuchen. Die Marketingmaßnahme hat also bei mir funktioniert.

Die Empfehlung der Kochprofis könnt ihr in der Sendung in wenigen Wochen verfolgen. Ich kann mir sehr gut einen Kaffee- und Biergarten bzw. eine entsprechende Nutzung der Diele mit einigen, gerne regional angehauchten, Pizzen oder Flammkuchen vorstellen. Daneben leckere Blechkuchen in der Art der Nachspeise. Vielleicht ist dann mit dem kleinen Team auch noch die eine oder andere saisonale Tagessuppe drin. Wenn darüber hinaus alles auf Vordermann gebracht ist, fühlen sich sicherlich auch die Übernachtungsgäste noch wohler.

Aber den Tannenbaum oder die Weihnachts-Jukebox braucht dauerhaft wirklich kein Mensch, liebe Frau Dammann. Trotzdem hält mich beides nicht von einem Wiederkommen ab.

 

 

 

 

 

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